16Juli

Stechmückenplage im Wohngebiet Steinsteg und Krautgarten

Stechmcken webvon links: Silke Göttler und Carolin Degener von der Biogents AG erklären im Rathaus die Funktionsweise der Stechmückenfallen und den Ablauf des Schnakenmonitorings

Welche Stechmückenarten sind das Problem?

Im April hat Florian Becht aus dem Steinsteg eine von 100 Einwohnern der Wohngebiete Steinsteg und Krautgarten unterschriebene Petition an den Gemeinderat gerichtet.

Hierin wird die Feststellung getroffen, dass sich in beiden Wohngebieten in den letzten Jahren aus dem Hofgraben und den dortigen 2 Regenrückhaltungen heraus eine jährlich zunehmende Stechmückenplage entwickelt habe und insoweit eine Bekämpfung durch die KABS (Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) notwendig sei.
Die Befragung des für die Bekämpfung der Schnaken in der Verbandsgemeinde zuständigen Mitarbeiters ergab, dass seit Jahren der Hofgraben, der Floßbach und der Vogelschutzweiher zu den von der KABS festgelegten Bekämpfungsterminen  auf Schnakenlarven überprüft wird und bei Überschreiten der Grenzwerte mit Bacillus Thuringensis bekämpft wurde.
In der Einwohnerpetition werden der Hofgraben sowie die 2 Regenrückhaltungen als Verursacher der Stechmückenplage  angenommen.  In der Bewertung des Beauftragten der Verbandsgemeinde stellte dieser jedoch fest, dass der Hofgraben auch nach Starkregenereignissen im Grundsatz immer sehr schnell trocken sei, sodaß sich Überschwemmungsmücken hier nicht relevant entwickeln könnten.  Insoweit nahm er an, dass es sich bei der Stechmückenproblematik im Steinsteg und Krautgarten weniger um Überschwemmungsmücken handle als um Hausschnaken. Diese entwickeln sich in Gartenteichen ohne Fischbesatz, in Regentonnen, Gullys etc. Diese Einschätzung, dass es sich weniger um Überschwemmungsmücken als vor allem um Hausschnaken handeln dürfte, wird auch von auf die Stechmückenproblematik spezialisierten Biologen geteilt.
Um hier Klarheit zu schaffen, hat die Gemeinde die Firma Biogents AG aus Regensburg mit einem Schnakenmonitoring im Bereich Hofgraben/Steinsteg u. Krautgarten beauftragt. Das Monitoring erfolgt in einem gemeinsamen Projekt mit der Gemeinde Offenbach und der Verbandsgemeinde, da auch hier das Thema Schnaken seitens der örtlichen Politik in Diskussion ist.
Entlang des Hofgrabens wurden jetzt 3 Stechmückenfallen BG-Sentinel mit CO2 bei den Familien Kunz in der Mörlheimer Straße, bei Zekl-Becht, Straße Am Steinsteg, und bei Frey, Hauptstraße, aufgestellt. Ein Duftspender im Innern der Falle reichert Luft mit Substanzen an, die auch von der menschlichen Haut abgegeben werden. Die Duftmischung wird dann nach außen geblasen. Hinzu kommt die Ausblasung von Kohlendioxid CO2 aus einer Druckgasflasche. Dies imitiert die Ausatemluft von Menschen und dient den Stechmücken zur Fernorientierung. Mit dem BG-Counter (http://live.bg-counter.com/unsers/login# ) werden dann die Stechmücken gezählt und dank Internet drahtlos in einen Cloud Server übertragen. Damit kann man die täglichen Aktivitätsmuster der Stechmücken, deren Dichte und ihre Populationsdynamiken direkt am Schreibtisch auswerten. Eine Kontrolle der Fallen vor Ort ist damit nicht erforderlich. Vielmehr werden die Mückenfallennetze vor Ort nach jeder ganztägigen Messung gewechselt, das Netz mit den Mücken eingefroren. Später werden die gefangenen Insekten von Biogents  nach Art und Anzahl bestimmt. Gemessen wird bis September. Die Ergebnisse des Counters sowie die Bestimmung der Stechmückenarten aus den Fallen werden dann in einem Bericht erfasst. Als Ergebnis werden wir dann im Oktober/November wissen, wie hoch die Stechmückenbelastung entlang des Hofgrabens wirklich ist und ob es vor allem die Hausschnaken oder vielleicht doch Überschwemmungsmücken sind.

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Begutachtung einer Schöpfprobe aus dem Hofgraben am Kunstwerk Rühmer: bei 10 Schöpfproben keine einzige Schnakenlarve, dafür 1 Libellenlarve und 1 Blutegel

Im Übrigen ergab die Analyse von zehn Schöpfproben im Hofgraben am Kunstwerk Rühmer in der Hauptstraße erstaunlicherweise keinerlei Schnakenbesatz. Das Wasser war faunistisch erschreckenderweise ohne erkennbares Leben, abgesehen von einer Libellenlarve und einem Blutegel.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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