02April

Gemeindliche Landschaftspfleger haben Nachwuchs bekommen

Die zur Pflege der gemeindlichen Grünflächen eingesetzte Schafherde von Schäfer Jürgen Fröhlich und Ludwig Nicolai aus Essingen hat heute wieder Nachwuchs bekommen. Lag die Herdenstärke letztes Jahr noch bei ca. 50 Schafen, sind es aktuell ca. 70. 23 davon sind Lämmer. 5 Schafe haben noch nicht gelammt, sodaß noch die Chance auf die Geburt von Osterlämmern besteht.

Mehr Blühpflanzen auf den gemeindlichen Grünflächen durch Schafbeweidung


In Tübingen heißt sie „Initiative Bunte Wiese – für Artenvielfalt auf öffentlichem Grün“, eine Gründung von Studierenden und Lehrenden der Universität Tübingen. In immer mehr Städten wird die Grünflächenpflege vom mehrfachen Mulchen im Jahr je nach Nährstoffreichtum des Bodens auf 1- bis maximal 3maliges Mähen, neuerdings zunehmend auf Beweidung umgestellt. Denn wie man heute weiß, wirkt sich das Abgehen vom Mulchen auf Mahd, noch besser auf Beweidung positiv auf die Vielfalt an Pflanzenarten und damit auf die Artenvielfalt u.a. von Tagfaltern, Käfern und Wildbienen aus.

Durch die Abweidung der gemeindlichen Grünflächen ohne Folgedüngung hagern die Standorte über die Jahre aus. Zudem führt die Frühjahrsbeweidung zur Wegnahme des vorausgewachsenen Grases, sodaß die Lichtkeimer unter den Blühpflanzen jetzt eine Überlebenschance bekommen, ohne dass sie durch das höhere Gras ausgedunkelt werden.
Auch gehen die Schafe gehen bei ihren Mäharbeiten sanfter vor als die großen Maschinen – und sie dienen als Artentaxi: Sie tragen die Samen von Pflanzen und auch andere Tiere von einer Wiese zur anderen. Mit einem am Lebenszyklus der Blühpflanzen orientierten Beweiden muss man keine aufwendigen Einsaaten von Blühpflanzen vornehmen, sondern die Blühpflanzen kommen innerhalb weniger Jahre von selber.
Beweidung der gemeindlichen Grünflächen heißt maximale Naturnähe, heißt größere Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren und es ist ein Angebot an die Bürgerinnen und Bürger, vor allem an unsere Kinder, Natur wieder erlebbar zu machen.
„Mehr Bauernhöfe mit Tieren in Bornheim“, das war ein Wunsch der Kinder bei der Dorfmoderation. „Mehr Bauernhöfe in Bornheim“, das kann die Gemeinde nicht leisten. Die Schafbeweidung auf den dörflichen sowie den gemeindlichen Grünflächen in der Flur, das ist gemeindeseitig leistbar und es gibt unseren Kindern wieder eine Ahnung davon, wie unsere Eltern und Vorfahren früher gelebt haben.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

Posted in Neues aus Bornheim