12März

Ein Umdenken bei der Grünpflege tut Not

Fortbildung für Ortsbürgermeister, Beigeordnete, Bauhofmitarbeiter, Rats- und Ausschussmitglieder bei der Aktion „Südpfalzbiotope“

Artenschwund, Insektensterben, immer weniger Vögel – das sind inzwischen Themen, die immer mehr Menschen bewegen. Dabei kann jede und jeder mit einfachen Maßnahmen etwas dagegen tun. Es ist erstaunlich, wieviel Leben man mit einfachen Mitteln in jedem Garten, auch auf kleinsten Flächen bis hin im Blumenkasten und -topf ansiedeln, aber auch, wie man mit wenigen, gut gemeinten, aber nicht fachkundigen Maßnahmen Leben und Artenvielfalt zerstören kann.

Den Kommunen kommt zum einen wegen ihrer großen Grünflächenpotenziale, ihrer besonderen Verantwortung für die Schöpfung, aber auch ihrer Vorbildfunktion im Natur- und Artenschutz ein ganz entscheidender Stellenwert zu.

„Schön sieht künftig anders aus“, das ist eine Formulierung von Kurt von Nida, Vorstand der Stiftung „Naturschutzverband Südpfalz“ und der Aktion „Südpfalzbiotope“ zur künftigen naturschutzfachlichen Gestaltung kommunaler Grünpflege.

Das heute übliche immer noch zu häufige Mulchen gemeindlicher Grünflächen führt dazu, dass die Blütenpflanzen nicht mehr zum Aussamen kommen, dass die Flächen vergrasen und ihren Artenreichtum an Blühpflanzen verlieren. Den Raupen z.B. der Schmetterlinge wird die Nahrungspflanze genommen. Für die Vögel herrscht inzwischen Nahrungsmangel mitten im Sommer, weil sie die für das Füttern ihrer Jungen notwendige Insektenmasse nicht mehr finden, und und und. Bäume mit besonders wertvollen Bruthöhlen werden immer noch vergleichsweise achtlos beseitigt, auch wenn es die Verkehrssicherungspflicht nicht erfordert. Statt anfallendes Totholz teuer zu shreddern, sollte das Geld dafür verwendet werden, es vor Ort in Form von Totholzhaufen für Igel, Zaunkönig, Wildbienen etc. zu belassen. Sogenannte Trockengräben – das sind Gräben in der Feldflur, die wegen der umfangreichen Grundwasserabsenkungen keine Entwässerungsfunktion mehr haben – sollten nicht mehr gemulcht, sondern zu Saumstrukturen und zur Biotopvernetzung entwickelt werden.

Dies sind nur wenige Aspekte, die aufzeigen, dass ein Umdenken bei der gemeindlichen Grünpflege, ein mehr an Fachlichkeit und ein Mehr an naturschutzfachlichem Wissen bei den Verantwortlichen sowie bei den ausführenden Bauhofmitarbeitern notwendig ist. 

Die Landräte von Südliche Weinstraße und Germersheim sowie der Oberbürgermeister von Landau haben diese Problemlage erkannt. Von daher gibt es jetzt mit ihrer sowie der Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ein für die Gemeinden kostenloses Sensibilisierungs- und Qualifizierungsangebot der Aktion Südpfalzbiotope. Hier wird vermittelt, wie das kommunale Grün künftig „richtig“, das heißt im Sinne des Arten- und Lebensraumschutzes zu pflegen ist.

Zu der Fortbildung sind der Gemeindevorstand und der Bauhofmitarbeiter angemeldet. Rats- und Ausschussmitglieder sind zu der Fortbildung

„Naturschutz in den Kommunen“

am 20. März 2019, 8.30 – 11.30 Uhr

bei der Aktion Südpfalzbiotope, Kleinfischlingen, Niedergasse 3

ebenfalls herzlich eingeladen.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

 

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