16Juni

Die neuen Bornheimer Jagdpächter

Jagdverpachtung webUnterzeichnung des Jagdpachtvertrags im Ratssaal: Von links Brunno Burkhard, Pächter; Otmar Dietz, 1. Beigeordneter; Rainer Detzel, Pächter; Erhard Bach, Jagdvorsteher;

Nachdem der bisherige Jagdpächter gekündigt hatte, wurde der gemeinschaftliche Jagdbezirk Bornheim ausgeschrieben. Es gab drei Bewerbungen. Im Einvernehmen mit dem Vorstand der Jagdgenossenschaft Bornheim wurde die Jagd seitens der Gemeinde jetzt an die Meistbietenden Rainer Detzel und Brunno Burkard aus Ottersheim vergeben. Die Pachtzeit beginnt am 1. Juli und endet am 31. März 2028 (das sind neun Jahre).
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Der gemeinschaftliche Jagdbezirk Bornheim entspricht der Gemarkungsfläche. Diese umfasst insgesamt 356 Hektar. Davon sind 95 Hektar „befriedete Fläche“. Das ist vor allem die Ortslage und das Gewerbegebiet. Auf befriedeten Flächen ruht die Jagd, d.h. eine Abschussgenehmigung ist dort nur mit Ausnahmegenehmigung der Jagdbehörde für den Einzelfall zulässig, zum Beispiel, falls ein Wildschweine sich in die Ortslage verirren würde und es zu Schaden ginge.
Die bejagbare Fläche umfasst 261 Hektar, davon sind 1.5 Hektar Wald- und 259.5 Hektar Feld- und Weinbergsfläche. Die Bornheimer Jagd ist insoweit eine Niederwildjagd mit dem Vorkommen v.a. von Rehwild, Hasen, Fasanen und Enten. Im Einzelfall „verirrt“ sich auch einmal Schwarzwild in die Gemarkung, aber nur ausnahmsweise. Sollten sich Wildschäden ergeben, so sind diese nach den gesetzlichen Bestimmungen von den Jagdpächtern zu ersetzen. Dies gilt nicht für Sonderkulturen. Das heißt z.B., dass Wildschäden in Weinbergen nicht ausgeglichen werden, es sei denn, der Bewirtschafter hat die Sonderkulturen gegen Wild geschützt und es kommt trotzdem zu Schäden.
Nach § 3 Landesjagdgesetz haben die Pächter eine Hegepflicht. Das heißt, sie sind für die „Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie für die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen des Wildes“ verantwortlich (§ 1, Abs. 2 Bundesjagdgesetz). Wildschäden sind durch die Anpassung des Wildbestands an die in Bornheim vor allem landwirtschaftlichen Erfordernisse gering zu halten. Zudem ist es eine gemeinsame Aufgabe der Jagdgenossen, das sind die Grundeigentümer, sowie der Gemeinde, in Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern Äsungsflächen, Ruhezonen und Deckung für die Wildtiere zu schaffen. Deckung ist zu schaffen, indem die Trockengräben in der Flur in Form von Bandstrukturen zu Hecken- und Gehölzstreifen entwickelt werden (Biotopvernetzung). Ruhezonen werden erreicht, indem landwirtschaftliche Erdwege, die keine Funktion als Spazierwege haben, nicht mehr gemulcht, sondern beweidet werden, und dies grundsätzlich nur außerhalb der Brut- und Setzzeiten.
Kulturelle Praxis der sogenannten „Waidgerechtigkeit“ ist historisch die Fürsorgepflicht für das Wild sowie die damit verbundene Selbstbeschränkung beim Wildabschuss.
Brunno Burkhard hat den Jagdschein seit 1984. Er hat 1992 die Prüfung als Jagdaufseher abgelegt. Rainer Detzel jagt seit 1981. Beide führen als Jagdhund jeweils einen Deutsch Drahthaar. Als Pächter der Queichheimer Jagd verfügen beide über die notwendige Erfahrung.
Anliegen der Gemeinde sowie der Jagdgenossenschaft ist eine enge und gute Zusammenarbeit mit den neuen Pächtern. Zugesichert ist ein gutes Miteinander auch und vor allem mit der Landwirtschaft, sowie das „Wahrnehmen der Fürsorgepflicht für den Wildbestand“, damit die Bornheimer Gemarkung auch in Zukunft einen optimalen Lebensraum für die Vielfalt der Arten bietet.
Neben einem herzlichen Willkommen der neuen Pächter geht ein gemeindeseitiger Dank auch an den bisherigen Pächter Hans Held. Denn er und seine Mutter Hildegard Held haben die Bornheimer Jagd gemeinsam mit Rolf Dieter Müller über Jahrzehnte gepachtet und uns einen artenreichen Wildbestand erhalten. Dies war vorbildlich.

Karl Keilen, Ortsbürger

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