22Juli

Der gemeindliche CO2-Fußabdruck

Was die Gemeinde für den Klimaschutz noch leisten muss

Der Schutz des Klimas ist eine der großen Herausforderungen, vor der die Menschheit insgesamt steht. Gemeinden haben insoweit bei der Minderung der Klimagasemissionen eine Vorbildfunktion wahrzunehmen.
Wo steht die Gemeinde Bornheim derzeit?

Die größten Emissionen verursachen der Strombezug (0.474 kg CO2/kWh) sowie der Erdgasverbrauch (2 kg CO2/m3 Erdgas) zum Heizen. Frühere Ölheizungen sind alle auf Erdgas umgestellt.
Der Strombezug der gemeindlichen Liegenschaften und damit die CO2-Emissionen lagen in 2018 insgesamt bei 65.142 kWh bzw. 30.877 kg CO2, der der Straßenbeleuchtung bei 21.047 kWh bzw. 9.976 kg CO2. Insgesamt sind dies 86.189 kWh Strombezug, die für eine CO2-Emission von 40.853 kg verantwortlich sind.
Die größten Stromverbraucher sind der Kindergarten (16.251 kWh), das Dorfgemeinschaftshaus (14.480 kWh) und der Bouleplatz (13.326 kWh).
Der Erdgasverbrauch zum Heizen liegt bei 21.536 m3. Das ergibt 43.072 kg an CO2-Emissionen. Größte Gasverbraucher sind der Kindergarten (7.265 m3), das Dorfgemeinschaftshaus (5.436 m3) und das Rathaus (4.437 kg CO2).

Der ökologische Fußabdruck der gemeindlichen Liegenschaften in 2018 aus Strombezug und Erdgasverbrauch liegt somit bei insgesamt 83.925 kg an klimaschädigenden CO2-Emissionen.
In den Gebäuden sowie der Straßenbeleuchtung sind die möglichen Stromeinsparungen schon weitgehend realisiert. Da weitere Stromverbrauchsminderungen nur noch sukzessive erzielbar sind,  relevante Reduzierungen des Heizwärmebedarfs und damit der Gasverbräuche nur im Rahmen baulicher Maßnahmen erreichbar sind, gilt es, den gemeindlichen ökologischen Fußabdruck möglichst zu kompensieren.
Das größte Potenzial für die Kompensation der Klimagasemissionen bietet die Solarisierung der Dächer mit Fotovoltaik. Denn jede in das Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom verdrängt im Netz eine Kilowattstunde Fossil- bzw. Atomstrom. Insoweit gilt es, sämtliche geeigneten und wirtschaftlich umsetzbaren Dach- und Fassadenflächen mit Fotovoltaik zu belegen.
Bisher sind solarisiert der Bauhof mit einer jährlichen Solarstromerzeugung von ca. 45.000 kWh, der Kindergarten mit ca. 19.000 kWh,  die Friedhofshalle mit 7.000 kWh und das Rathaus mit 6.000 kWh. Insgesamt sind dies ca. 77.000 kWh emissionsfreier Solarstrom, die auf den gemeindlichen Gebäuden jährlich erzeugt werden. Ca. 10.000 Kilowattstunden sind davon Eigenverbrauch. 67.000 kWh werden als Überschussstrom in das Stromnetz der Pfalzwerke Netz AG eingespeist.  Diese Einspeisung von 67.000 kWh Solarstroms verringert die fossile bzw. atomare Stromerzeugung. Sie kompensiert und verringert damit den gemeindlichen CO2-Fußabdruck von 83.925 kg um ca. 31.800 kg CO2. Das heißt: Unter Berücksichtigung der CO2-Kompensation durch die derzeit installierte Fotovoltaik liegt der ökologische CO2-Fußabdruck der Gemeinde bei ca. 52.000 kg jährlich.
Im Rahmen der von der Firma REE-Mix GmbH, Landau, im Auftrag der Verbandsgemeinde erstellten Analyse „Konzept zur Nutzung der Photovoltaik auf kommunalen Liegenschaften“ wurde das weitere Solarisierungspotential auf den Bornheimer gemeindlichen Liegenschaften ermittelt.PV Tabelle1 web

Tab. 1 weiteres Fotovoltaikausbaupotenzial auf den gemeindlichen Liegenschaften

Danach könnten zu der vorhandenen PV noch 1.572 m2 an Dachfläche für Fotovoltaik belegt werden. Dies entspräche einer Solarleistung von 254 Kilowattpeak und einer Solarstromerzeugung von jährlich weiteren 221.000 kWh. Beim derzeitigen Emissionsfaktor von 474 g/kWh des deutschen Strommixes wäre dies eine zusätzliche Klimagasemissionsminderung von ca. 105.000 kg CO2eq.

D.h.: Wenn nur die Hälfte des auf den gemeindlichen Dächern noch vorhandenen PV-Potenzials umgesetzt würde, das wären ca. 110 Kilowattpeak mit ca. 110.000 kWh, dann wäre die Gemeinde Bornheim bezüglich Strombezug und Gasverbrauch bilanziell CO2-neutral. PV Tabelle web

Alle gelisteten Gebäude haben gutes bis sehr gutes PV-Potenzial. Die Investitionen wären alle wirtschaftlich. Insoweit steht umfassenden Umsetzungen nichts entgegen.

Kurzfristig könnte die Westseite des Storchenzentrums (76 m2;12 kWp) mit der südlichen Bushaltestellenüberdachung (13 m3; 2 kWp) sowie die Westseite des im Eigentum der Verbandsgemeinde befindlichen Feuerwehrhauses (113 m2; 18 kWp) mit PV belegt werden. 

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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