01Juli

Das gemeindliche Anwesen Hauptstraße 65 mit Bäckerladen „Herrichtung“ oder „Abriss und Neubau mit fortentwickeltem Konzept“?

Hauptstr 65 webDas gemeindliche Anwesen Hauptstraße 65 mit Bäckerladen – sanieren oder Abriss/Neubau?

Die Gemeinde hat 2014 das damals zum Verkauf stehende  514 m² große Anwesen Hauptstraße 65 gekauft. Grund war, den dortigen Bäckerladen als Baustein der Nahversorgung in der Dorfmitte zu erhalten.

Zudem wurde auf Antrag der CDU-Fraktion im Gemeinderat in Arbeitsgruppen mit Unterstützung des Architekturbüros Hummel ein Gesamtkonzept erarbeitet, wie in diesem Objekt unter Einbindung des an das Anwesen angrenzenden ca. 4.000 m2 großen Kindergarten- und Pfarrhausgeländes neben der Sicherung der Nahversorgung die gemeindliche Kinder-, Schulkind-, Jugend- und Seniorenarbeit konzentriert werden kann.
Nach diesem Konzept von 2015 sollen die Gebäude abgerissen, der Neubau im Hinblick auf schnellen Baufortschritt vorrangig als barrierefreier Holzbau in Form eines Klimaschutz-Energiegewinngebäudes in Passivhausbauweise ausgeführt werden. Die Haus-Hof-Bauweise sowie die derzeitige Kubatur wird wegen des Dorfbildes beibehalten.
Im Erdgeschoss soll ein neugestalteter moderner Bäckerladen entstehen. Gewünscht wäre eine Erweiterung des Sortiments, z.B. um regionale Produkte, Briefmarken, Paketannahme u.a.
Im Obergeschoss ist ein großer Multifunktionsraum mit Teeküche und Abstellraum geplant. Dieser böte sich als Jugendtreff an. Derzeit ist der Jugendtreff behelfsweise wegen fehlender Räumlichkeit im Feuerwehrhaus untergebracht.
Zwischen vorderem Gebäude und Scheune gäbe es einen Verbindungsbau. Hier befänden sich der gemeinsame Haupteingang, ein gemeinsames Treppenhaus mit Aufzug sowie die Besuchertoiletten. 
Der bisherige Scheunenbereich ist im Erdgeschoss für den Tagesaufenthalt von Senioren vorgesehen mit einem Raum, den die Arbeitsgruppe „Sofabereich“ genannt hat, und einem Multifunktionsraum für Gruppentreffen auf der Ostseite.  Von diesem wäre der östlich zum Kindergarten gelegene kleine Garten zugänglich. Im Obergeschoss gäbe es einen ca. 80 m2 großen Multifunktionsraum, den Vereine und Gruppen für Veranstaltungen nutzen könnten.
Die ursprüngliche Überlegung, im Anwesen eine Tagesbetreuung einzurichten, ist eher unrealistisch, da die heutigen räumlichen und betreuungsseitigen Anforderungen gemeindlich nur schwer abzubilden sind.
Die Kostenschätzung der Baumaßnahme für dieses damalige Konzept ohne Innenausstattung lag bei 1.3 Mio. € bei einer Nutzfläche von 507 m2. 
Da zwischenzeitlich das Pfarrhaus für die Gemeinde verfügbar wurde, wurde im Hinblick auf die begrenzte gemeindliche Investitionsfähigkeit die Umsetzung der Planung für das Anwesen Hauptstraße 65 zurückgestellt und statt dessen das Pfarrhaus in Erbpacht erworben. Hier wurde im Erdgeschoss in einen großen Turn- und Veranstaltungsraum für den Kindergarten sowie in einen Umbau zur Erweiterung der Schulkindbetreuung von 25 auf 39 Kinder mit Nutzung sowohl des Erd- wie des Obergeschosses umfassend in das Pfarrhaus investiert. Wenn jetzt noch die Außenhülle des Pfarrhauses und die Außenanlagen hergerichtet sind, dann verfügt die Gemeinde mit Kindergarten und Pfarrhaus über optimale räumliche Bedingungen für unsere Klein- sowie die Grundschulkinder.
Jetzt ist es an der Zeit, das in 2015 erarbeitete Konzept „Anwesen Hauptstraße 65 – Nahversorgung, Senioren und Jugend im Dorfmittelpunkt Bornheim“ in Richtung eines Mehrgenerationenhauses zu aktualisieren. In Verbindung mit Fördermitteln z.B. aus der Dorferneuerung oder anderen speziellen Förderprogrammen sollte eine Realisierung finanzierbar sein.
Die aktuell vom Architekturbüro Hummel vorgelegte Überprüfung, ob auch eine „Low Invest-Variante“ sinnvoll ist, indem nur der Bäckerladen und die Wohnung im Obergeschoss saniert wird, war negativ. Das heißt, die Kosten sind zu hoch, eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

Posted in Neues aus Bornheim, News/Aktuelles