12Februar

Die Forderung nach Reaktivierung der Bahnlinie Landau-Germersheim

Ein zukunftsweisender Beschluss des Verbandsgemeinderates

Für Bornheim wäre eine Reaktivierung der 21 km langen Bahnlinie wichtig. Denn nicht nur für die ca. 1.600 Bürgerinnen und Bürger würde sich die Anbindung an den Öffentlichen Personennah- und -fernverkehr nochmals verbessern. Es wäre auch ein Anreiz für viele, die täglich nach Bornheim zur Arbeit einpendeln, vom Auto zum ÖPNV zu wechseln. Zudem könnten eventuell Teile des heutigen umfangreichen Güterverkehrs auf die Bahn verlagert werden.

Zum Thema Verkehrsströme aus der Dorfmoderation einige Zahlen: Nach dem Abschlussbericht wohnten zum 30. Juni 2017 in Bornheim insgesamt 596 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Ihren Arbeitsplatz direkt in Bornheim hatten davon nur 79 Personen. Das sind gerade 13%. 87 % bzw. 517 der Bornheimer sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln zur Arbeit aus, würden daher von einer Reaktivierung der Bahnlinie profitieren. Eine künftige Bahnhaltestelle am HORNBACHZENTRUM wäre auch für die vielen Einpendler,  die in das Gewerbegebiet zur Arbeit kommen, ein Vorteil. Mit 2.252 Einpendlern (bei 2.331 Beschäftigten in der Ortsgemeinde) gibt es mit Sicherheit ein relevantes Potenzial für den Umstieg auf den ÖPNV.
Gemeindeseitig ein Danke an den Verbandsgemeinderat für sein einstimmiges Votum für eine Bahnreaktivierung, aber auch an die Landräte Dietmar Seefeldt (SÜW), Dr. Fritz Brechtel (GER) und Oberbürgermeister Thomas Hirsch (LD), dass sie sich für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie aussprechen und eine neue Nutzen-Kosten-Untersuchung durch den Zweckverband Schienenpersonennahverkehr  fordern. Auch wenn seitens der Regional- und Landespolitik hier „dicke Bretter“ zu bohren sind und es Jahre bis zu einer Realisierung dauern wird, es ist ein Projekt, das aus gemeindlicher Sicht lohnt. Der Dank geht auch an die Draisinenbahn. Ich glaube, dass nur durch diese Nutzung die Strecke noch existiert. Insoweit hoffen wir, dass diese mit ihrer Förderung des Tourismus weiterhin den Erhalt der Schienen sichert, bis – so hoffe ich – politisch eine Entscheidung für die Reaktivierung getroffen wird.
Noch einige Infos aus der Dorfchronik zur Bahnlinie: 1860 Forderung nach einer Bahnlinie von Landau zur Versorgung der Festung Germersheim durch den dortigen Kommandanten; 1870 Festlegung des Verlaufs der Bahnlinie durch das Kriegsministerium der Königlich-Bayrischen Regierung; Bau 1871/1872; Übergabe am 16. Mai 1872 an die Maximilians-AG; Baukosten zweieinhalb Millionen Gulden; ab 1877 Schnellzüge von Belgien über das Saarland nach Süddeutschland; bis 1945 internationale Bedeutung der Strecke; 1946 Abbau des zweiten Gleises als Reparationszahlung; 1984 Einstellung des Personenverkehrs; 1990 Stilllegung auch für den Güterverkehr.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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