18Januar

Wie sicher ist der Schulweg unserer Kinder von Bornheim zur Grundschule in Dammheim?

 

Diese Frage bewegt immer wieder Eltern und Grundschule. Ziel der Erziehung ist es, den Kindern Werte zu vermitteln und sie zu Widerstandsfähigkeit und Selbständigkeit anzuleiten. Ein Beitrag hierzu kann auch sein, dass die Kinder den Schulweg möglichst selbst bewältigen statt, wie es Eltern formulieren, standardmäßig mit „Mamataxi“ gebracht zu werden.
Eine Mama formuliert den Verzicht auf das „Mama- bzw. Papataxi“ so: „weil laufen Kindern (und Erwachsenen auch...) gut tut; weil es nett ist, gemeinsam mit Freunden seinen Schulweg zu machen; weil man selbständig wird, wenn Mama (dito Papa) einen nicht überall hinfährt; weil man sich auf dem Schulweg schon langsam auf das Thema Schule einstellen kann, nicht schnell ins Auto muss und dann gestresst in der Schule sitzt; weil man so schon Bewegung vor dem langen Schultag hat..... aber das ist doch alles auch eigentlich bekannt, oder? Das Recht des Kindes auf den eigenen Schulweg. ... und zu guter Letzt, weil es schön wäre, wenn vor den Schulen nicht so schrecklich viel Autoverkehr wäre (für alle Kinder, die nicht den Fahrdienst der Eltern in Anspruch nehmen)!“ – so das Eltern-Zitat.
Eva Boos hat freundlicherweise für mich anhand von Infos von Kindern und Eltern sowie eigenen Beobachtungen Abschätzungen getätigt (November 2017). Danach kommen in Abhängigkeit vom Wetter von derzeit 48 Bornheimer Grundschulkindern +- 34 Kinder mit Roller/Fahrrad bzw. zu Fuß. Bezogen auf die jeweilige Grundschulklasse sind die Zahlen wie folgt:

Klasse 1: 12 Kinder aus Bornheim, davon 11 Kinder mit Roller / Fahrrad
Klasse 2: 7 Kinder aus Bornheim, davon 5 Kinder mit Roller / Fahrrad
Klasse 3: 11 Kinder aus Bornheim, davon 7 Kinder mit Roller / Fahrrad
Klasse 4: 18 Kinder aus Bornheim, davon 11 Kinder mit Roller / Fahrrad / zu Fuß

Das ist ein sehr gutes Ergebnis, sind es nach diesen Abschätzungen doch immerhin ca. 70% der Bornheimer Kinder, die den Schulweg selbst bewältigen, somit aus pädagogischer Sicht ausgeglichen zur Schule kommen und so früh Selbständigkeit einüben.
Voraussetzung für eine schulische und gemeindliche Empfehlung ist, dass es sich beim Schulweg um einen für Kinder beherrschbaren sicheren Weg handelt. Kritischer Punkt hierbei ist die Dammheimer Straße bis zur Schule – eine Strecke von ca. 600 m. Vor allem der landwirtschaftliche Weg ist schmal und hat keinen eigenen getrennten Fuß- und Radweg. Insoweit ist es zentral, dass hier vor Schulbeginn und nach Schulende, solange die Kinder unterwegs sind, besonders rücksichtsvoll gefahren wird.
Wieviel Fahrzeuge hier fahren mit welcher Geschwindigkeit, das wurde
von Montag, 04.12.2017 ab 7.30 Uhr bis Freitag, 08.12.2017 bis 10 Uhr erfasst. Danach wurden 1.093 PKW-Fahrbewegungen (das sind 11 Fahrzeugbewegungen pro Stunde innerhalb der Meßzeit) gezählt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39 km/h.
Die Anzahl der PKW-Fahrzeugbewegungen zwischen 7-8 Uhr (in Klammern zwischen 6-7 Uhr und 8-9 Uhr) lag montags bei 36 (nicht erfasst/10), dienstags bei 43 (1/ 12), mittwochs bei 48 (1/14), donnerstags bei 50 (2/13) und freitags bei 51 (4/9). Das bedeutet: Außerhalb der Bring- und Holzeiten der Grundschule ist der Verkehr auf dem Dammheimer Weg marginal. Damit sind es v.a. die „Elterntaxis“, die vor Schulbeginn und nach Schulende den Verkehr im Dammheimer Weg ausmachen. Insoweit sind diese der Adressat, wenn es um rücksichtsvolles Verhalten gegenüber den Kindern, die zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad kommen, geht. Da die Bornheimer Eltern zweimal gemessen werden, nämlich beim Kommen und Zurückfahren, bedeuten ca. 50 Fahrzeugbewegungen in der Zeit von 7-8 Uhr maximal bis zu 25 Fahrzeuge, die Kinder bringen.
Die Detailauswertung der Geschwindigkeiten in den schulrelevanten Zeiten zeigt an sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h angepasste Geschwindigkeiten. Zu schnelles Fahren ist im Dammheimer Weg eher die Ausnahme, kommt aber vor, vor allem wohl dann, wenn man zeitlich knapp ist.
Insgesamt ist meine Einschätzung, dass die Bornheimer Eltern überwiegend um den hohen Wert eines selbständig bewältigten Schulwegs ihrer Kinder wissen. Ca. 70% ist ein noch ausbaufähiger, aber schon guter Wert. Die Sicherheit der Schüler im Dammheimer Weg wird vor allem vom Fahrverhalten der an sich geringen Anzahl an „Elterntaxis“ – unter 25 pro Stunde - bestimmt, gibt es doch ansonsten nur sehr wenig sonstigen Verkehr. Die gefahrenen Geschwindigkeiten in den schulrelevanten Zeiten sind in der Regel angepasst. Von daher sollte es das Ziel sein, die Zahl der „Elterntaxis“ weiter zu reduzieren und wenn „Elterntaxi“, durch frühzeitiges Losfahren nicht zu zu schnellem Fahren gezwungen zu sein. Sollten seitens der Schulleitung und der Eltern Ideen bestehen, wie der Schulweg noch sicherer gestaltet werden kann, bin ich für entsprechende Hinweise dankbar.

Karl Keilen, Ortsbürgermeister

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